Einige waren zur Chorleiterwoche in Goslar, Harz.
Martin Waack schreibt darüber:
Fünf tolle Tage im Harz – Norddeutsche Chorleiterwoche in Goslar 14.-18. Januar 2008
"Nur Verrückte!" sagte der Mann, der an mir vorbeirannte! Wo er hinrenne, wollte ich wissen. "Ich hole meine Tuba!", rief er und verschwand. Es war 1.30 Uhr früh am Morgen, Mittwoch 16.1.2008, als ich in den großen Saal im Haus Hessenkopf kam. 15 Bläser standen dort fröhlich musizierend, Trompeten, Hörner, Posaunen – die Tuba würde auch gleich kommen. "Nur Verrückte!" dachte ich .... und packte meine Trompete aus.
das Dirigat die Posaunen geben alles
gemeinsames musizieren über 100 Bläser die Kapelle vom Haus Hessenkopf
Was war das für eine Veranstaltung?
Rund 100 Bläser aus dem Norden der Bundesrepublik, Chorleiter von Posaunenchören und solche die es werden wollten, trafen sich für fünf Januartage zur Weiterbildung im Harz. 11 Posaunenwarte aus Nordelbien, Hannover, Mecklenburg-Vorpommern, Braunschweig .... hatten es sich auf die Fahne geschrieben, Posaunenchoristen mit Fertigkeiten in Chorleitung, im Dirigieren, im Analysieren von Intraden, Pavanen, Chorälen, Suiten etc. auszurüsten. Dazu gab es ein umfangreiches Programm, das um 7.45 Uhrmit dem Morgenblasen und einer Andacht startete und um 21 Uhr mit einer Andacht beschlossen wurde:1. Chorleitung: Wie beginnt eine Probe? Atemtechnik, Einblasen, Mundstückübungen, Tonleitern für den ganzen Chor beschäftigten uns. Schlagtechniken von 4/4-, 6/4-, 4/2- oder 3/2-Takt oder der Wechsel aus der einen Taktart in die nächste waren zu üben. Wie dirigiert man überhaupt einen Choral? Wie studiere ich das Vorspiel zu einem Choral ein? Wie interpretiere ich eine Intrade aus der Barockzeit? Die Zeit verging im Fluge.
2. Komponisten stellten sich vor: Ingo Bredenbach und Michael Schütz präsentierten neueste eigene Kompositionen. Ingo Bredenbach übte in wahnwitziger Geschwindigkeit einen Querschnitt seiner Stücke mit uns ein. Da blieb manchem die Luft weg und im Zwerchfellbereich und an den Lippen gab es Muskelkater. Michael Schütz ließ sich ein bißchen mehr Zeit – auch für ein Stückchen Theorie in Rhythmik.
Beide Komponisten sind so was wie ein Geheimtipp unter Bläsern in Posaunenchören. Decken sie doch ein großes Spektrum der gegenwärtigen Kirchenmusik ab. Bredenbach arbeitet etwas mehr in der traditionellen Richtung und versucht z.B. bekannte Choralmelodien miteinander zu verweben. Da kann die Analyse seiner Werke manchmal auch zu einem musikalischen Quiz für die Hörer werden.
Michael Schütz komponiert in Bereichen von Jazz und Klezzmer, von Samba und Swing. Es war für uns Bläser eine Bereicherung beide Komponisten zu erleben und aus ihrer Arbeitsweise lernen zu dürfen.
3. Blas-Technik und Intrumentenkunde: Spezielle Übetechniken für das Einblasen (Carusomethode) standen auf dem Programm, Posaune für Nicht-Posaunisten und vieles mehr. Hilfreich für uns Chorleiter, weil nicht jeder Fachmann auf allen Instrumenten sein kann. Da haben uns gezielte Erklärungen zu einzelnen Instrumenten und der Blastechnik weitergholfen. Schon der Unterschied der Mundstückgrößen von Trompete und Tuba (das Mundstück ist dort fast so groß wie ein Wassereimer . – na ja, fast!) sind frappierend und lassen auch den Laien vermuten, dass dem Tubisten andere Dinge wichtig sind als der Trompeterin.
4. Nachtmusiken: Das war das schönste. Literaturblasen aus allen möglichen Bläserheften zur spätesten Nachtzeit. Wir hatten unsern Spaß daran.
Nur das Aufstehen... am andern Morgen ....! Zum Morgenblasen habe ich es nur einmal geschafft ... aber zur Andacht immer... wie die meisten....
Das war eine gute Zeit für uns Bläser – unsere Chöre werden es merken.
Martin Waack, Posaunenchor Wittenburg

