In der Kirchgemeinderats-Sitzung vom 06. Mai
Liebe Leserinnen und Leser,
wie in jedem Jahr möchte ich Ihnen über meine und unsere Arbeit in der Kirchgemeinde einen Bericht geben.
Wichtige Zahlen
- Schwedenfreizeit 22.-27.10.07 in Bolmsö mit 20 Jugendlichen und 4 Erwachsenen,
- 102 Gottesdienste (2 ökumenisch) mit insgesamt 12 Taufen, 5 Trauungen bzw. Gottesdienste zur Eheschließung, 18 Beerdigungen.
- 60 sonstige Veranstaltungen der Gemeinde mit ca. 1700 Teilnehmern:
4 kirchenmusikalische Veranstaltungen,
2 Kochabende,
3 Bibelgespräche,
11 Seniorenkreise,
1 Abend mit ökumenischen Gästen aus Papuaneuguinea und Tansania,
2 ökumenische Seminare,
Martinsfest,
1 Theaterabend,
Kirchenführungen mit Schulen und Gruppen,
Adventskalender mit 23 Veranstaltungen - 56 Proben mit Anfängern bzw. Fortgeschrittenen Bläsern im Posaunenchor (1-1,5 Stunden), 30 Anfängerproben in Kleingruppe.
- 9 Sitzungen KGR + 3 Ausschuss-Sitzungen
- ca. 130 Besuche: Davon 23 Trauerbesuche, 75 Jubiläumsbesuche
Entwicklung der Gemeinde
Unsere Kirchgemeinde hat sich eingerichtet. Mancher nimmt gern wahr, was"alles los ist", ohne dabei selbst aktiv zu sein. Wir haben sehr aktive Leute im KGR, im Seniorenkreis, in den Chören, in den Dörfern (z.B. bei der Faltung, Legung und Austeilung der Gemeindebriefe) und wir haben sehr hilfsbereite Nachbarn, die jederzeit helfen, wenn man sie fragt. Unsere Kirchenmusik kann sich sehen lassen – sie ist momentan einer der Bereiche in unserer Gemeinde, die wachsen. 2002 hat meine Frau mit 6 Kindern den Kinderchor begonnen – nun sind es 21 Kinder; ebenso wächst der Kirchenchor (34 Mitglieder). Die Band ist aktiv über die Gemeindegrenzen hinaus und vielleicht eine Art „Aushängeschild“ für die Musik geworden.
Der Gottesdienst ist nachwievor ein wesentliches Standbein der Gemeindearbeit (steigende Besucherzahlen). Hier würde ich mir wünschen, dass der Kirchgemeinderat weiterhin eine Art Vorreiterrolle einnimmt, was den Besuch der Gottesdienste angeht. Wohltuend wirkt sich aus, dass die Mitglieder des KGR im Umfeld des Gottesdienstes sehr selbständig arbeiten und den Gottesdienstbesuchern das Gefühl vermitteln, dass sie bei uns gut aufgehoben sind. Für die Dörfer lässt sich feststellen, dass eine aktive und mitwirkende Beteiligung von Gemeindeglie-
dern an Gottesdiensten und Veranstaltungen, an Gemeindeaufgaben
bzw. -verpflichtungen selten erfolgt. Üblich ist es eher durch Inanspruchnahme von Taufen, Beerdigungen, Hoch-
zeiten seine Zugehörigkeit zur evangelischen Kirche zu zeigen. Woran liegt es, das eine aktive Beteiligung seltener,eine passive Beteiligung aus traditionellen Gründen jedoch ganz gern in Anspruch genommen wird?
Schwerpunkte in der Arbeit:
1. Gottesdienst: Es haben über 5600 (2006: 5400) Menschen unsere
Gottesdienste besucht. Unser zweiter Gottesdienst am Samstagabend findet im
4-Wochen-Rhythmus statt: Samstags 18.00 Uhr. Ingrid Hoyer nimmt sich dieser
Aufgabe schon seit einigen Jahren zusammen mit dem Kindermorgen-Team an.
In der Gottesdienstgestaltung arbeiten "Laien" mit. Die regionalen Gottesdienste
haben sich etabliert: Himmelfahrt haben sich viele Wittenburger mit dem Fahrrad
nach Körchow begeben – der Neuenkirchener Seegottesdienst erfreut sich großer
Beliebtheit.
Im Gottesdienst zeigt die Liturgie an einigen Stellen mehr Beteiligung durch die
Gemeinde (Friedensgruß, Lesungen). Durch die Vikarin wird eine weitere Bereicherung
des gottesdienstlichen Lebens erfolgen.
Posaunen- und Kirchen- und Kinderchor, Jugendchor und Band Stigma haben sich
in erfreulicher Weise in vielen Gottesdiensten engagiert. Die Musik im Gottesdienst
ist wichtig.
In allen Gottesdiensten gibt es Kinderbetreuung – leider kommen junge Eltern
mit ihren Kindern nur selten in den Gottesdienst – warum?
2. Jugendarbeit: In unserer Band Stigma sind momentan 14 Jugendliche in
Chor- und Instrumentalarbeit engagiert. Jede Woche treffen sich die Jugend-
lichen mit meiner Frau zum Proben. Auftritte gab es in Döbbersen und Wittenburg.
Wir haben keine Junge Gemeinde im traditionellen Sinn – aber es gibt Jugendliche,
die sich engagieren z.B. als ehrenamtliche Helfer bei der Schweden-Freizeit im
Oktober. Dafür haben wir manchen Abend zusammengesessen und die Tage in
Schweden vorbereitet. Die Schweden-Freizeit war ein voller Erfolg.
Konfirmandenarbeit: Der Konfirmandenkurs als gemeinsames Projekt von Pastor
Anders und mir läuft prima. Wir treffen uns schon seit einigen Jahren alle
vierzehn Tage für 90 Minuten mit den Konfirmanden und Vorkonfirmanden. Im
Jahr 2007 haben wir das oben angesprochene Schweden-Projekt gemeinsam mit
ehrenamtlichen Jugendlichen ausprobiert. Der KGR war entgegenkommend und
hat das Projekt durch die Kirchgemeinde mitfinanzieren lassen. Dabei wurde
deutlich, dass die Landesjugendarbeit ebenso ein guter Helfer war: Wir wurden
mit über 800 Euro in unserer Arbeit unterstützt.
Pastor Anders hat in der gemeinsamen Arbeit einen großen Anteil. Trotz seiner
schweren Erkrankung, die ihn bis September 2007 voll in Anspruch nahm,
begleitete er die Arbeit mit Rat und Aktion. So eine hochmotivierte
Zusammenarbeit ist für meine Arbeit ein guter Impuls.
3. Zu einigen Gemeindeaktionen
Adventskalender: Zum zweiten Mal waren 24 Türen zu öffnen – die Beteiligung
war auch 2007 großartig. Es sind mehr Türen als im Jahr zuvor bei Bürgern
unserer Stadt geöffnet worden, so dass die Kirchgemeinde nicht mehr so stark
gefordert war.
Freizeit in Burg Bodenstein: Im Frühjahr waren wir mit 32 Teilnehmern auf
der Burg Bodenstein im Eichsfeld: ein gemeinsames Wochenende. Das war
wohltuend – auch für den Pastor, der mit der Organisation nur am Rande
beteiligt war.
Kirchgeldaktion: Erstmalig haben wir einen Brief geschickt, der um das
Kirchgeld warb. Im Ergebnis haben wir fast 6.000€ mehr Kirchgeld als im Jahr
2006 bekommen. Das liegt daran, dass sich mehr Gemeindeglieder finanziell
beteiligt haben. Manche waren schockiert, wie man so einen Brief schreiben
konnte. Es gab eine Aussprache im Kirchgemeinderat mit einem Gemeindeglied
aufgrund einer Beschwerde über den Kirchgeldbrief.
Wie nahmen Gemeindeglieder diese Aktion auf? Ist es nicht fair, alle gleicher-
maßen zu beteiligen, auch die, die sich gern heraushalten?
4. Musik in der Gemeinde
Meiner Frau ist die Chorarbeit ans Herz gewachsen. In der Zwischenzeit hat sie
ein musikalisches Leben in der Gemeinde entwickelt, das andernorts von einer
25%-Kirchenmusikerstelle (10 Stunden) abgedeckt wird: Kinderchor (22
Kinder), Jugendchor (13 Mädchen), Instrumentalisten (4), Kirchenchor mit
34 Sängern.
Die Posaunenarbeit ist Bereich des Pastors. Augenmerk lege ich dabei auf die
Ausbildung von ehrenamtlichen Chorleitern, die im Januar in Goslar zur
Weiterbildung waren. Die überregionale Zusammenarbeit mit den Bläsern aus
Döbbersen und Parum ist unserer Arbeit sehr förderlich.
5. Ehrenamtliche Mitarbeiter
Arbeit im Kirchgemeinderat: Die Arbeit erlebe ich als konstruktiv. Dabei kommt
dann auch etwas heraus. Ich wünsche mir jedoch, daß meine Vorarbeiten genauer
geprüft werden, so wie auch die Kassen geprüft werden.
Vertrauen ist eine sehr schöne Angelegenheit – jedoch kann Vertrauen dazu
führen, dass man den Dingen ihren Lauf lässt. Es ist einfacher den Fluss fließen
zu sehen, als einen Damm zu bauen um ihn umzuleiten. Kritische Beteiligung in
Angelegenheiten der Tagesordnung, der Finanzen und des Friedhofes erlebe ich
hierbei als hilfreich, da sie zum Überdenken von Meinungen anregt.
Die Arbeit in Ausschüssen müssen wir intensivieren.
Wie gewinnen wir ehrenamtliche Mitarbeiter für die Zukunft?
In unserer Gemeinde sind viele engagierte Menschen zu Hause. Chöre, KGR,
Seniorenhelfer, ehrenamtliche Jugendliche bilden den Kern unserer Aktionen.
Wie können wir hier Gaben von anderen Menschen nutzen. Es sollte unter
keinen Umständen so sein, dass die jetzt schon aktiven Helfer noch mehr zu tun
bekommen. Der biblische Begriff der "Haushalterschaft" wird hier für mich
wichtig: "Haushalten" mit unseren Kräften.
Wie gehen wir mit unseren Kräften verantwortlich um? Wie entdecken wir
"Talente" und wie kommen sie allen zugute? Wie bringen wir Menschen dazu
ihre Talente einzusetzen?
Es gibt Leute in unserer Gemeinde, denen es zuviel ist, eine Stunde in der Woche
aufzubringen um mit ihren Begabungen etwas in der Kirchgemeinde zu bewegen.
Dabei lebt unsere Arbeit vom Ehrenamt!
6. Kinderarbeit – Kindergottesdienst - Kinderbetreuung
Hierzu lesen Sie bitte die Berichte in der Rubrik „Aus der Jugendarbeit“.
Ihr Pastor Martin Waack
