Vorwort Gemeindebrief
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Liebe Leserinnen und Leser,
Wie ist das, wenn Sie etwas Neues
beginnen? Freuen Sie sich? Sind Sie
aufgeregt? Oder haben Sie Sorgen?
ls es vor einigen Wochen zu
schneien anfing, liefen die Kinder
auf die Straßen und versuchten,
die Schneeflocken mit dem Mund zu
fangen. Freude und Aufregung über
den Winter. Inzwischen interessiert
sich niemand mehr für die Schneeflocken,
der Zauber ist dahin. Stattdessen
stöhnt man über das Schnee -
fegen. Wenn aber im Frühling die
ersten Blumen aufblühen, dann
schauen wir wieder genau hin und
frohlocken: „Endlich wird es warm.“
Etwas Neues beginnt und wir sind
voller Erwartungen. Fulbert Steffensky
hat beobachtet:„Wenn etwas
Neues beginnt,überkommtMenschen
eine Artgerührter Hoffnung.“
Sie wissen, was das heißt: Warten.
uns kalte Füße, auf dem
Finanzamt schlechte Laune. Auf dem
Arbeitsamt wartet man als Nummer,
beim Arzt als Patient, in der Bank
auf Kontoauszüge. In der Schule
wartet man auf’s Ende der Stunde,
im Stau darauf, dass es weitergeht.
Bei der Predigt wartet man darauf,
dass der Pastor bald wieder fertig ist.
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass
Warten ein notwendiges Übel ist und
nicht allzu beliebt. Man wartet eben.
Wer wartet, muss Zeit hergeben. Wer
tut das gern, wenn er nur wenig davon
hat?
Liebe Leser und Leserinnen,
In unseren Zeiten sind die Geister los. Es ist nur die Frage, was für Geister. Das Märchen von „Aladin und der Wunderlampe“ erzählt uns, dass Geister in Flaschen oder Ringen hausen. Wer diese jeweiligen Gegenstände dann besitzt, der kann die Geister in ihnen nutzen. Jedenfalls im Märchen. Vor dem Wittenburger Rathaus fand ich auch einen Gegenstand, dem Geist innewohnte – eine Flasche mit Cognacrest. Fast nichts mehr drin – der Geist war raus – dabei passt er ja gut in unsere Zeit, in der Diskotheken eine Flatrate anbieten zum Trinken. Für Jugendliche, die dann Komasaufen als Sport betreiben. Nur schade, dass damit der eigentliche Wohnort des Geistes ersäuft wird. Und die wenigen grauen Zellen, die das überleben, reichen dann nicht mehr, sich das Ende auszumalen.
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