Liebe Leser und Leserinnen,

In unseren Zeiten sind die Geister los. Es ist nur die Frage, was für Geister. Das Märchen von „Aladin und der Wunderlampe“ erzählt uns, dass Geis­ter in Flaschen oder Ringen hau­sen. Wer diese jeweiligen Gegen­stände dann besitzt, der kann die Geister in ihnen nutzen. Jedenfalls im Mär­chen. Vor dem Wittenburger Rathaus fand ich auch einen Gegenstand, dem Geist innewohnte – eine Flasche mit Co­gnacrest. Fast nichts mehr drin – der Geist war raus – dabei passt er ja gut in unsere Zeit, in der Diskothe­ken eine Flatrate anbieten zum Trin­ken. Für Jugendliche, die dann Ko­masaufen als Sport betreiben. Nur schade, dass damit der eigentliche Wohnort des Geistes ersäuft wird. Und die we­nigen grauen Zellen, die das überle­ben, reichen dann nicht mehr, sich das Ende auszumalen.

 

Denn der Geist wohnt nicht in Fla­schen oder Ringen sondern in unse­ren Köpfen und Herzen – wenn wir ihn denn dort wohnen lassen.

Es gibt eine Aktion in unserer Evan­gelischen Kirche: Mission to the North. Da kommen Menschen aus dem Süden zu uns nach Deutsch­land auf Besuch und sehen sich an, wie wir arbeiten, leben. So lernen wir, den Geist des Südens mit dem Geist des Nordens zusammenzubrin­gen, lernen uns verstehen, auch wenn wir verschiedene Sprachen reden, wir teilen Ideen und suchen Wege für die Zukunft.

Anfang Juni bekommen wir auch in Wit­tenburg Besuch von Mission to the North. Eine tansanische Pastorin wird das Gymnasium in Wittenburg besu­chen und eine entstehende Partnerschaft be­gleiten zwischen unserem Liscow-Gym­nasium und einer Schule in den Pareber­gen im Nordosten Tansanias.

 

Gerade war Pfingsten. Die Bibel sagt uns: Gott führt Menschen zu­sammen, wo es unmöglich scheint, sich ver­stehen zu können.

Gott hat uns durch seinen Geist auf den Weg zueinander gebracht. Es ist der Hei­lige Geist, der uns treibt, zueinander zu kommen. Der Geist Gottes führt uns zu­sammen, damit wir uns verstehen ler­nen. Wer hier lernt, nutzt den Lebens­kreis des Andern für sein Leben.

Das ist Pfingsten: Wenn wir verste­hen, obwohl uns das unmöglich vor­kommt. Wenn wir unseren Geist zu dem Geist des Nächsten bewegen. Wenn wir zulassen, dass Gott uns zu­sammenbringt in unseren Ländern, dann ist das Pfingsten!

Auf dem Weg des gegenseitigen Verste­hens sein – Pfingsten!! Gott lehrt uns den andern zu begreifen, ihm zuzuhö­ren, uns für ihn oder sie zu öffnen.

Möge er das immer wieder tun. Gott seg­ne uns alle!